Wie groß darf ein Logo auf einem QR-Code sein?
Ein Logo, das mitten in einen QR-Code gesetzt wird, liegt nicht einfach dekorativ obendrauf – es verdeckt die Module darunter, und der Code muss diese fehlenden Daten aus seinem Fehlerkorrektur-Budget rekonstruieren, statt sie direkt zu lesen. Dieses Budget ist begrenzt und hängt von der Fehlerkorrekturstufe ab, die bei der Erzeugung gewählt wurde. Deshalb gibt es nicht eine sichere Logogröße, sondern vier, eine pro Stufe. Das kommt ständig bei Visitenkarten und vCards auf, wo ein Firmenlogo oft überhaupt erst der Grund dafür ist, dass jemand einen individuellen Code will.
Die gemessenen Obergrenzen
Über verschiedene Symbolgrößen hinweg liegt das größte Logo, das strenges Dekodieren auf jeder Fehlerkorrekturstufe zuverlässig übersteht – gemessen als Prozentsatz der Breite des Codes selbst, mit einer normalen deckend weißen Unterlegung hinter dem Logo und ohne zusätzlichen Rand über die Fläche des Logos hinaus – bei:
- L: 17%
- M: 25%
- Q: 29%
- H: 30%
Das sind konservative Untergrenzen, keine optimistischen Durchschnitte: Jeder Wert wurde gegen mehrere Symbolgrößen getestet, und veröffentlicht ist jeweils der kleinste, der über alle hinweg gehalten hat. Ein kleiner Code ist bei diesen Prozentwerten also genauso sicher wie ein viel größerer. Gehst du darüber hinaus, scannt ein Code vielleicht trotzdem – oder eben nicht, und der Ausfall zeigt sich oft zuerst bei der billigsten Kamera oder dem ausgewaschensten Druck der Charge, nicht bei dem Exemplar, mit dem du getestet hast.
Breite, nicht Fläche – der Unterschied, auf den es wirklich ankommt
Diese Prozentwerte beschreiben die Breite des Logos im Verhältnis zur Breite des Codes, nicht die Fläche, die es einnimmt. Dieser Unterschied ist in der Praxis enorm: Ein Logo mit 25% der Codebreite bedeckt nur rund 6% der Gesamtfläche, weil die Fläche mit dem Quadrat einer Längenausdehnung wächst. Ein Logo, das nach Fläche auf „ein Viertel des Codes“ gebracht wurde – was fürs Auge ungefähr so aussieht wie ein Logo mit 50% der Breite –, läge auf jeder Fehlerkorrekturstufe drastisch über der sicheren Grenze, auch auf H. Wenn du aus einem Design-Mockup heraus arbeitest, in dem das Logo nach Augenmaß statt an der Codebreite bemessen wurde, miss richtig nach, bevor du es für sicher hältst.
Padding senkt die Obergrenze zusätzlich
Die Zahlen oben setzen voraus, dass es über die Fläche des Logos hinaus keinerlei Rand gibt: In der freigeräumten Mitte des Codes sitzt nichts außer der Grafik selbst. Kommt irgendein Rand dazu, sei es Luft, die schon im Bild des Logos steckt, oder ein ausdrücklicher Abstand, den der Generator hinzufügt, sinkt die effektive Obergrenze, denn Padding vergrößert die freigeräumte Fläche des Codes, ohne etwas beizusteuern, aus dem die Fehlerkorrektur schöpfen könnte. Gerade bei einem kleinen Symbol können ein paar zusätzliche Module Rand auf jeder Seite einen spürbaren Teil der verbliebenen Sicherheitsreserve auffressen. Ein Entwurf, der sich an die veröffentlichte Grenze schmiegt und zusätzlich einen Rand um das Logo legt, ist also nicht schon deshalb sicher, weil die Logografik selbst im Prozentwert liegt: Es zählt die Fläche samt Rand, und die ist größer als das Logo allein.
Warum eine weiße Unterlegung hinter dem Logo wichtig ist
Die Obergrenzen oben wurden mit einer deckend weißen Unterlegung hinter dem Logo gemessen, nicht mit der Rohgrafik direkt über den Modulen. Diese Unterlegung ist aus zwei getrennten Gründen wichtig. Erstens sorgt sie dafür, dass der verdeckte Bereich für den Dekoder als ein einziger, vorhersehbarer weißer Block erscheint und nicht als unregelmäßige Form, die von der tatsächlichen Silhouette des Logos, von Transparenz oder von weichgezeichneten Kanten bestimmt wird – und genau dagegen wurde die Grenze gemessen. Zweitens kann ein Logo mit Transparenz oder eine Grafik, die heller ist als die umliegenden Module, ohne feste Unterlegung für einen Dekoder kaum vorhanden wirken, was die veröffentlichte Grenze für genau dieses Logo sicherer aussehen ließe, als sie ist. Auf die Unterlegung zu verzichten ist nur dann vertretbar, wenn die Logografik von vornherein durchgehend deckend ist – sonst behalte sie bei.
Die passende Stufe für das Logo, das du willst
Verlangt ein Entwurf ein größeres Logo, als L oder M bequem zulassen, ist es meist der bessere Zug, die Fehlerkorrekturstufe anzuheben, statt eine niedrige Stufe über ihre Grenze zu treiben – Q und H gibt es genau dafür, um mehr Raum für solche Verdeckungen zu schaffen, um den Preis eines dichteren Codes (unser Leitfaden zu den Fehlerkorrekturstufen zeigt diesen Kompromiss in voller Länge). Welche Stufe es auch wird: Diese Prozentwerte sind eine Orientierung für die Zeit, bevor du etwas gerendert hast, keine Garantie für den Code, der am Ende herauskommt. Nur ein Validator, der dein Logo in der gewählten Größe wirklich rendert und das Ergebnis streng dekodiert, sagt dir, ob diese bestimmte Kombination aus Grafik, Rand und Fehlerkorrekturstufe wirklich funktioniert – die Tabelle allein reicht dafür nicht.
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